| Schwung, Innovation und neue Aspekte brachte die Gruppe „Jugend in Aktion“ in die Tagung: StudentInnen des Masterstudienganges „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt führten, ausgerüstet mit Handys, Kameras, Mikrophonen und Stiften, gezielte Interviews mit den TagungsteilnehmerInnen und ReferentInnen. Ganz neu war eine solche Aktion für Annka, Lena, Robin, Tanja, Smara, Natascha, Kathi und Rebecca nicht: Schon auf vielen anderen Veranstaltungen befragten sie Menschen zum Thema. Bei einem Open Air in Eichstädt wollten sie beispielsweise von jungen Leuten wissen, was diese unter Nachhaltigkeit verstehen. Dabei machte die „Jugend in Aktion“ dort mit einem Surfbrett und dem Slogan „Von Rio nach Eichstätt. Auf der Welle der Nachhaltigkeit“ auf sich aufmerksam. Das Surfbrett wurde sogleich genutzt, um darauf die Gedanken der Jugendlichen zur Nachhaltigkeit festzuhalten. Dieses Surfbrett brachte die Gruppe auch mit nach Benediktbeuern. Hier stellten sie den AkteurInnen ebenfalls Fragen zur Nachhaltigkeit und wollten wissen, welche Rolle Jugendliche dabei spielten. Statements und Bilder der Interviewten stellten die jungen Leute direkt ins Netz unter http://www.umweltbildung-bayern.de/jugend-in-aktion.html (siehe unten) und hängten verschiedene Zitate in den Tagungsräumen zum Nachlesen an Wäscheleinen auf. Begeistert waren die jungen Leute nach ihrer Recherche unter den AkteurInnen von der großen Vielfalt der Aktionen, die ihnen vorgestellt wurden. Doch sie stellten enttäuscht fest, dass ihre Gruppe „junge Erwachsene“ kaum drin vorkamen. Für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung sowie für die Entwicklung ihrer Gruppe konnten sie viele Impulse von der Tagung mitnehmen. Sie gaben jedoch auch den TagungsteilnehmerInnen mit auf den Weg, dass das Medium der Jugend das Internet sei. Und dass die Älteren hier auch noch einiges dazulernen könnten – gerade wenn sie Jugendliche und junge Leute als Zielgruppe gewinnen wollen. Mareike Spielhofen |
Interviews mit den Teilnehmern der ANU-Tagung zum Thema Nachhaltigkeit:
Kurt Schmidt
"Wir müssen so leben, dass wir der nächsten Generation und den nächsten Generationen ein Leben ermöglichen. Das könnte auch bei uns Verzicht bedeuten. Das will keiner so richtig wahrhaben. Wir müssen unseren Lebensstil komplet umkrempeln, und zwar die gesamte Gesellschaft."
Ulrike Sturm-Hentschel
"Nachhaltigkeit ist eine Art und Weise zu leben, so dass auch zukünftige Generationen leben können. Es geht aber auch darum, mein Leben an globalen Zusammenhängen zu orientieren."
Thomas Ködelpeter
"Ich möchte die strukturellen Bedingungen verbessern. Und wenn Tagungshäuser für sich verstanden haben, was nachhaltige Ernährung bedeutet und bewirkt, dann können sie auch die Gäste überzeugen."
Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher
Warum halten Sie vor ihrem Hintergrund den Film für positiv?
"Filme als eine Möglichkeit Bewusstseinsinhalte für andere zu erschließen"
Manfred Niekisch
"Nachhaltigkeit ist eine Worthülse, die sich allmählich mit Inhalten zufüllen beginnt und wo wir sehr darauf achten müssen, dass wir über die ganze Diskussion der Nachhaltigkeit nicht vergessen, was das aller größte Problem im Moment ist, das ist nähmlich der rapide Verlust an biologischer Vielfalt"
Prof. Dr. Gerhard de Haan
"Schule muss frei sein, selbstreguliert sein, viele verschiedenste Menschen miteinander vereinen, die aber auch mitwirken (Coach) und in ihren Inhalten anders gestaltet werden."
"Man muss auch mal schauen was die Anderen machen."
Nick Fritsch
"Jugend spielt eine tragende Rolle. Ohne euch keine Nachhaltigkeit."
Heidrun Albrecht
"Stark, so stark, dass es manch einem zu stark wird." (persönliche Nachhaltigkeit)
Jürgen Kretschmer
"Nachhaltigkeit ist der Kompass, nach dem wir uns ausrichten müssen, ob wir wollen oder nicht."
Mareike Spielhofen
"Ich will die Umweltbildung bzw. BNE darstellen, was da im Moment konkret läuft, wie die Jugendlichen darauf reagieren. Ich möchte immer die Methoden darstellen, wie arbeiten die Umweltbildner mit Jugendlichen, funktionieren die Methoden am <Objekt>"
Stefan Huber
"Ich habe kein Problem mit Begrifflichkeiten in Bezug auf Nachhaltigkeit."
Lukas Laux
"Nachhaltigkeit bedeutet für mich persönlich, dass man versucht als gutes Vorbild voran zu gehen und im Sinne der Nachhaltigkeit zu leben."
Dr. Lucia Jochner-Freitag
"Bildung für nachhaltige Entwicklung hat aus meiner Sicht auch eine personale Komponente. Mir ist wichtig, Menschen an dem Punkt an dem sie in ihrem Leben stehen abzuholen und sie ein Stück auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil zu begleiten."
Dr. Maiken Winter
"Nachhaltigkeit ist die Art des Lebens, mit der wir in Zukunft alle in Frieden miteinander leben können."
Irene Seitz-Lück
"Nachhaltigkeit ist ein Thema für die ganze Familie. Ich sehe Jugendliche als Multiplikatoren in ihrer Familie und im Freundeskreis."
Maria Hawle
"Grundsätzlich ist der Begriff Nachhaltigkeit schon so oft fälschlich verwendet worden, dass er einfach nur abgedroschen ist und ich ihn überhaupt nicht mehr gerne verwende. "
Stefanie Wolf
"Uns geht es darum, das Thema Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen, weil doch viele keine richtige Vorstellung haben und weil es einfach greifbar wird durch Sachen, die man anfasst, wo man nach- und querdenken kann. Dies passiert beispielsweise durch ungewöhnliche skurrile Dinge, die vielleicht dort sind, wo man sie nicht erwartet hat, wie beispielsweise die "Kuh im Kühlschrank"."
Stefanie Kreuzinger
"Nachhaltigkeit bedeutet so zu leben, dass es der Umwelt und den Menschen gut tut. Es ist eine geniale Zusammenfassung im Sinne von Umwelt und Gerechtigkeit."
Clemens Herrmann
"Wenn wir Jugendliche dafür begeistern können, wie wir wirklich nur im Sinne der Nachhaltigkeit wirken, dann müssen wir auf jeden Fall bei der Jugend und der Arbeit mit Kindern anfangen."
Johannes Götz
"Man muss Jugendliche natürlich sensibilisieren, damit sie, wenn sie später einmal in der Situation sind, auch etwas ändern."
Anke Schlehufer
"Hoffnung, dass es viele Engagierte gibt und gut weiter läuft."
Martin Glöckner
"Ich als Geschäftsführer arbeite auch nur 80%, weil ich das nachhaltig finde."
Andrea Gummert
"Weil die Politiker mal wieder nicht in die Gänge gekommen sind, muss deshalb wieder mehr die Zivilbevölkerung aktiv werden. Die heutige Jugend wird dafür aufkommen müssen."
Kathrin Lichtenauer
"Nachhaltigkeit bedeutet für mich auch, dass Kinder mit denen ich draußen war, sich länger an den Wert der Natur erinnern. Im besten Fall auch dann noch wenn sie die politischen Entscheidungsträger von morgen sind."
Diana Schick
"Kinder und Jugendliche sind die Erwachsenen von morgen, aber sie können heute schon durch Vernetzung und Aktionsgruppen viel bewegen."
Lisa Gründl
"Wir sind die nächste Generation, weshalb wir auf Nachhaltigkeit achten müssen, mehr als unsere Vorgänger."
Ulrike Schaefer
"Nachhaltigkeit ist für mich persönlich selbst so leben und Impulse an andere Menschen so weiter zu geben, dass Jugend und Kinder so schön leben können, wie wir."
Stefan Sollner
"Für die Zukunft sind natürlich die Jugendlichen sehr wichtig, weil sie über kurz oder lang das Ruder in die Hand nehmen werden."
Birgit Paulsen
"Es ist so einfach mit Grundschulen: die haben Zeit, die haben Raum für Projekte ... in Zeiten von G8 ist es einfach schwierig geworden, dafür Ältere überhaupt zu gewinnen und auch die Lehrer dazu zu kriegen, da was zu machen."
Georg Buchwieser
"Um zu profitieren von dem Erfahrungsschatz, der in der ANU vorhanden ist und von den Möglichkeiten, dass man gemeinsame Ziele miteinander umsetzt."(zur ANU-Mitgliedschaft)
Silke Hackenberg
"Es gibt einen schönen Spruch: Wir haben die Welt nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen."
Lena Rudolph
"Wie erkennt man nachhaltige Lebensmittel?"
Agnes Grasberger
"Die Jugend ist wichtig, um Zukunft zu gestalten und kann zudem viel bewegen."
Franziska Burmester
"Ein nachhaltiger Lebensstil ist für die Zukunft unerlässlich."
Dr. Jutta Zarbock-Brehm
"Die Jugendlichen sind im Moment eine Zielgruppe, die wir zur Zeit noch ein bisschen schwer erreichen, obwohl wir jetzt seit kurzem einige Projekte haben, die gerade mit dieser Zielgruppe arbeiten."
Sonja Eser
"Wir brauchen Leute, die tatsächlich jung sind und auch Lust haben, sich international zu vernetzen."
Georg Sprung
"Nirgendwo sind die Nahrungsmittel so günstig wie in Deutschland."
Bernd Orendt
"Das coolste fände ich, wenn junge Leute mit Umweltschutz ihr eigenes Ding machen, beispielsweise ein Ökomodelabel gründen, also einfach mit ihrem beruflichen Werdegang den Wandel erzeugen."
Franz Staudinger
"Nachhaltigkeit ist für mich die Erhaltung der Natur, die Lebensgrundlagen zu erhalten, die die nachfolgenden Generationen auch noch brauchen werden."
"Die Rolle der Jugend sehe ich als sehr groß an. Den Erwachsenen kann man das meistens nicht mehr erklären. Jugendliche kann man noch begeistern."
Walter Hirche (Minister a. D.)
Zur Zeit der Wirtschaftskrise schauen die Menschen nur aufs Geld und nach Arbeitsplätzen, aber das sind nur Events, auch wenn die mal ein paar Jahre dauern. Viel wichtiger sind die langfristigen Linien. Die Medien haben meiner Meinung nach die Aufgabe, mit diesen zum Verstehen der Welt beizutragen.
Klaus Hübner
"Jugendliche sind direkter, eindeutiger in ihren Aussagen."
Elke Frech
"Nachhaltigkeit ist durch Faszination zu erreichen."
Interview von Mareike Spielhofen mit Lena Gierl und Kathrin Ochsenkühn von Jugend in Aktion:
| In einem Interview gaben die jungen Leute ihrerseits nochmal genauer Auskunft zu ihren Zielen, ihren Erfahrungen sowie ihren Zukunftswünschen. |

- Lena

- Kathi
| Was war der Anlass eure Gruppe „Jugend in Aktion“ zu gründen? Lena: Wir haben uns im Studium kennengelernt. Die Idee, eine gemeinsame Aktion zu starten, entstand in einem Seminar bei Frau Caroline Fischer. Wir haben uns öfter in unserer Freizeit, unabhängig von der Uni, getroffen, Ideen und Konzepte entwickelt und Aktionen ausgearbeitet. Das Ganze geht also nicht von der Uni aus, sondern ist unser freiwilliges Engagement. Was genau ist euer Ziel? Lena: Unser Ziel ist zu erfahren, wie jüngere Menschen über Nachhaltigkeit denken und ob sie den Begriff überhaupt kennen. Außerdem möchten wir den Begriff Nachhaltigkeit greifbar machen und die Meinung von Jugendlichen dazu weitertragen. Das machen wir, indem wir auf verschiedene Großveranstaltungen gehen. Zum Beispiel waren wir auf einem Open Air in Eichstätt, um dort mit Jugendlichen über Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen. Auch auf den Hochschultagen „Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit“, die u.a. von Prof. Dr. Radermacher initiiert werden, haben wir mitgewirkt. In Eichstätt werden die Hochschultage vom Umweltreferat der Uni veranstaltet. Hier haben wir ein Seminar „Nachhaltigkeit und ich“ angeboten und sind mit jungen Leuten über Lebensstile ins Gespräch gekommen, haben mit ihnen ihre eigenen Bezüge zur Nachhaltigkeit herausgearbeitet und hinterfragt, was das mit ihrem Leben zu tun hat. Welche Erfahrungen habt ihr mit den Jugendlichen auf dem Open Air in Eichstätt gemacht, bei dem es ja gar nicht um Nachhaltigkeit ging? Lena: Wir haben festgestellt, dass die Jugendlichen oft nichts mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ anfangen können. „Nachhaltigkeit“ ist ihnen zu sperrig, das ganze Konzept zu unkonkret und fern. Doch wenn man ihnen erklärt, worum es geht, dann haben sie sehr viele Ideen. Auf dem Open Air hatten wir mit unserem Surfbrett, das wir bei uns trugen, und dem Slogan „Auf der Welle der Nachhaltigkeit surfen“ einen Aufhänger, der die jungen Leute auf uns aufmerksam machte. So hat uns jeder gefragt was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Es war dann ganz einfach, Interesse zu wecken und ins Gespräch zu kommen. Viele junge Leute sind von selbst auf uns zugekommen und haben uns gefragt, was es damit auf sich habe. Ihre Ideen konnten die Jugendlichen dann auf dem Surfbrett niederschreiben. Wie viele von euch gibt es? Kathi: Wir sind insgesamt zehn Aktive, hier auf der Tagung sind wir acht Leute. Welche Fragen stellt ihr den TagungsteilnehmerInnen und ReferentInnen hier auf der Tagung? Kathi: Wir wollen wissen, welche Rolle die Nachhaltigkeit für jeden persönlich spielt. Wir fragen die AkteurInnen, welche Projekte sie initiieren und mit welchen Altersgruppen sie arbeiten. Uns interessiert, welchen Bezug sie zu Jugendlichen in ihren Projekten herstellen, bzw. welche Rolle Jugendliche in ihrer Arbeit spielen. Natürlich stellen wir auch zu den verschiedenen Schwerpunkten des Tages und programmangepasst Fragen. Was macht ihr mit den Statements der AkteurInnen? Lena: Wir hängen die Statements hier überall auf und parallel dazu stellen wir sie auch ins Netz unter http://www.umweltbildung-bayern.de/jugend-in-aktion.html – hier jeweils auch mit Foto der interviewten Personen. Allerdings haben wir hier etwas Schwierigkeiten mit der Internetverbindung… Warum macht ihr das? Lena: Wir sind selbst noch jung und möchten später im Bildungsbereich arbeiten. Deshalb ist es für uns interessant unsere spätere Zielgruppe kennenzulernen, zu sehen wie sie tickt, welche Motivation sie hat, was sie interessiert und wo es sinnvolle Anschlüsse für Bildungsangebote gibt. Wie geht es mit der „Jugend in Aktion“ weiter? Kati: Wir möchten diese Tagung natürlich in erster Linie für uns nutzen, Leute kennenlernen, „nachhaltige“ Kontakte knüpfen und sehen, was in der Nachhaltigkeitsszene los ist. Lena: Im Herbst werden wir unser Projekt beim Runden Tisch Umweltbildung in Eichstätt vorstellen, um dort Anschluss zu finden. Für mich persönlich wäre ein Ziel, das Ganze auch nach dem Studium noch weiterzuführen, vielleicht ein Netzwerk zu gründen, damit daraus etwas Größeres wird. Das Interview führte Mareike Spielhofen. |
Dokumentation und Interview mit der "Jugend in Aktion" auf der Tagung:
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