Aktionsprogramm

Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat für den Zeitraum 2005-2014 eine weltweite Bildungsinitiative zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird als unerlässliche Voraussetzung für eine weltweite Förderung nachhaltiger Entwicklung und als Querschnittsaufgabe des gesamten Bildungswesens gesehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, dieses Bildungskonzept zu stärken (vgl.  http://www.bne-portal.de).

Die ANU Bayern hat ein eigenes Aktionsprogramm aufgelegt, das durch ihre Mitglieder bestätigt wurde, um Bildung für nachhaltige Entwicklung in diesem Zeitraum zu fördern und zu verankern. Es ist Bestandteil des Nationalen Aktionsplans der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Deutschland (Maßnahme Nr. 18). Der ANU - Aktionsplan für Bayern ist prozessorientiert angelegt und wird laufend fortgeschrieben.

Zielsetzung des ANU - Aktionsplans

Das Ziel des Aktionsplans der ANU Bayern ist es, Akteure der Umweltbildung in Bayern im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu qualifizieren, gute BNE-Beispiele zu multiplizieren und neue Kooperationen zur BNE einzugehen. Durch weitere Vernetzung und durch Öffentlichkeitsarbeit wird die überregionale Wahrnehmung der BNE gestärkt. Hauptziel der ANU Bayern ist die Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung bei ihren Mitgliedern und Kooperationspartnern, sowie eine strukturelle Verankerung in Konzepten und Rahmenbedingungen.

ANU - Aktionsplan für Bayern zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung

Im Folgenden werden die Punkte ausgeführt.

1. Verstärkung der Netzwerkarbeit – kollegialer Austausch in den ANU Fachgruppen

Die ANU Bayern hat ein sehr gut arbeitendes Netzwerk der Umweltbildung/BNE in Bayern aufgebaut und setzt auf produktive Zusammenarbeit und neue bereichsübergreifende Vernetzungen und Kooperationen (http://www.umweltbildung-bayern.de/netzwerk-karte.html). Sie leitet zwei Fachgruppen zur Bündelung von Aktivitäten zur BNE, in denen bayernweit – und nicht nur unter ANU-Mitgliedern – kollegialer Austausch stattfindet und eigene Projekte verfolgt werden.

Fachgruppe Schule und Nachhaltigkeit

Ziel der Arbeitsgruppe ist, durch gute Vernetzung und kollegialen Austausch zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren sowie durch Konzepte, Fortbildungen und Materialien Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Querschnittsthema in Unterricht und Schulpraxis zu verankern.

Ein Schwerpunkt liegt in der Unterstützung von Lehrkräften und Schulen mit Projekttagen und Projektwochen zu Themen der BNE. 2012 beteiligt sich die Fachgruppe an der Bildungskampagne „Gscheit essen – mit Genuss und Verantwortung“ von Umweltbildung.Bayern. Auf der Website von  www.schulverpflegung.bayern.de wird ein Link zur Seite „Projektwoche Nachhaltige Ernährung“ (15.-19.10.2012) eingerichtet, auf der von der ANU-Fachgruppe eine bayernweite Datei von UmweltpädagogInnen mit Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Projekttagen/-wochen zur nachhaltigen Ernährung zum Download bereit steht.

In Kooperation mit dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) finden Seminare und Tagungen zur Umsetzung des Dekadethemas Ernährung 2012 statt (siehe http://www.umweltbildung-bayern.de/marketing-kampagne-ernaehrung.html).

In der Fachgruppe arbeiten MitarbeiterInnen aus Umweltbildungseinrichtungen, freiberufliche UmweltpädogenInnen, Lehrkräfte aller Schularten/ FachberaterInnen für Umweltbildung sowie ReferentInnen aus Lehrerfortbildungseinrichtungen zusammen.

Ansprechpartnerinnen:
Annette Beyer,   annette.beyer(at)museum-im-koffer.de    
Museum im Koffer e.V., Umweltstation Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg   
Michael-Ende-Str.17, 90439 Nürnberg

Cordula Jeschor,   cordula.jeschor(at)stadt.nuernberg.de
Umweltstation Nürnberg, Institut für Pädagogik und Schulpsychologie
Fürther Straße 80a, 90429 Nürnberg

2. Neue bereichsübergreifende Kooperationen zur BNE mit Hochschulen, Schulen und Kitas und anderen Bildungsbereichen

Die ANU Bayern hat in Kooperation mit dem Verband für die Deutsche Wissenschaft und der Bayerischen Sparkassenstiftung den rumänischen Dozenten Dr. Peter Bagoly-Simó mit einer Innolecture-Gastdozentur an die Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt in den neuen Masterstudiengang Bildung für nachhaltige Entwicklung geholt. Daraus resultierten gemeinsame Projekte, die fortgesetzt werden (http://www.umweltbildung-bayern.de/werkstratt-treffen11-bagoly-simo.html). Es bestehen darüber hinaus kontinuierliche Kontakte nach Österreich (Forum Umweltbildung) und in die Schweiz über einen fruchtbaren Nachhaltigkeitsdialog.

Die ANU Bayern fördert durch unterschiedliche Maßnahmen (Werkstatt-Treffen, Öffentlichkeitsarbeit, die Leuchtpol-Mitmachaktion und Veröffentlichungen im Vorschulbereich) Kooperationen zwischen Akteuren der Umweltbildung und des Elementarbereichs, um BNE in Kitas zu unterstützen.

Die ANU Bayern hat sich an der öffentlichen Diskussion des Entwurfs der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie beteiligt und das Bildungskapitel kommentiert mit der Anregung, dort Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsaufgabe für alle Bildungsbereiche zu beschreiben. Gemeinsam mit vielen Akteuren arbeitet die ANU Bayern im Bündnis Nachhaltigkeit Bayern daran, nachhaltige Entwicklung als einen gesellschaftlichen Verständigungs-, Lern- und Gestaltungsprozess in alle politischen Handlungsfelder zu integrieren, ( http://www.buendnis-nachhaltigkeit.de).

3. Öffentlichkeitsarbeit für BNE, z.B. im Rundbrief ANU BAYERN aktuell - Bildung für nachhaltige Entwicklung

Der Rundbrief „ANU BAYERN aktuell“ informiert regelmäßig über die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, stellt ausgezeichnete Projekte vor, weist auf Veranstaltungen hin und gibt ein umfassendes Bild der wichtigsten Entwicklungen auf diesem Feld. Er erscheint sechs Mal im Jahr und bietet auch den Mitgliedern ein Forum für ihre Anliegen. Bereits veröffentlichte Rundbriefe stehen unter Veröffentlichungen als Download zur Verfügung.

Zum Transfer guter Beispiele in die Praxis zählen Veröffentlichungen wie z.B. das 2011 erschienene Buch "Der Zukunft das Wasser reichen. Wasser im Spiegel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung", in dem gute Praxisbeispiele von der ANU Bundestagung zum Dekadenthema Wasser vielen MultiplikatorInnen zugänglich gemacht werden. Über die Bayer. Landeszentrale für Politische Bildung ist es MultiplikatorInnen kostenfrei zugänglich ( http://www.km.bayern.de/blz).

In Fachartikeln stellt die ANU Bayern einem neuen Publikum Bildung für nachhaltige Entwicklung vor, z.B. im Artikel "Außerschulische und schulische Bildung für nachhaltige Entwicklung" in der Leuchtpolbroschüre "Zukunft mit Klein und Groß gestalten – Nachhaltigkeit lernen!“ für KommunalpolitikerInnen (Auflage 43.200).

Die Aktivitäten der ANU Bayern zur UN-Dekade sind auch auf dieser Website abrufbar. Dazu zählen Veranstaltungen, z.B. die Tagung „Welt in Bewegung“ Rio+ 20 Jahre ANU Bayern vom 27.-29. Juni 2012, die Aktivitäten zur Ernährungskampagne 2012 und die regelmäßig erscheinenden Rundbriefe sowie Aktuelles zur UN-Dekade.

4. Qualifizierung, Beratung, Fort- und Weiterbildungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die ANU Bayern e.V. bietet mehrere Qualifizierungen an und multipliziert gute Weiterbildungsangebote (http://www.umweltbildung-bayern.de/weiterbildungen.html). Dazu zählt die Berufsbegleitende Weiterbildung Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung, die im 8. Durchgang 2012/13 durchgeführt wird und als offizielles Dekadeprojekt ausgezeichnet wurde. Das Curriculum ist der Bildung für nachhaltige Entwicklung verpflichtet und ermöglicht den Teilnehmenden aus unterschiedlichen Professionen sich im interdisziplinären Diskurs die Kompetenzen der BNE zu erarbeiten. Sie stellt BNE in Theorie und Praxis vor und bereitet die Teilnehmenden darauf vor, im Sinne nachhaltiger Entwicklung tätig sein zu können.

Mitglieder des Vorstands beraten KollegInnen bei der Planung und Durchführung von Projekten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und bei der Antragstellung von Dekadeprojekten.

Die ANU Bayern führt selbst jährlich eine oder mehrere Werkstatt-Treffen, Seminare, Tagungen zu BNE durch, oft in Kooperation mit anderen Institutionen. Dazu zählt z.B. die Tagung zum Abschluss der bayerischen Ernährungskampagne am 5./6.11.2012 in der Evang. Landvolkshochschule Pappenheim „Handlungs-Spiel-Räume für eine Ernährung mit Zukunft. Der Weltagrarbericht in der Praxis“.

5. Steuerung des Qualifizierungsprozesses Umweltbildung.Bayern

Die ANU Bayern arbeitet seit Anfang an im Kernteam Umweltbildung.Bayern mit, der Steuerungsgruppe des Marketing- und Qualifizierungsprozesses. Sie hat das Marketing- und Qualifizierungskonzept für die bayerischen Umweltbildungseinrichtungen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung maßgeblich mitentwickelt und trägt entscheidend zu seiner Umsetzung bei. 2012 wurde der Schwerpunkt des Prozesses auf Qualifizierung gelegt. Mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern können sich Institutionen, Netzwerke und Selbständige für gute Bildungsarbeit im Sinne nachhaltiger Entwicklung auszeichnen lassen. Derzeit haben 129 Akteure in Bayern die Auszeichnung Umweltbildung.Bayern.
Weitere Informationen:  http://www.umweltbildung.bayern.de oder auf der Website der ANU Bayern unter Marketing.

6. Mitarbeit in diversen Gremien zur Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern

Sprecherratsmitglieder der ANU Bayern arbeiten in folgenden Arbeitsgruppen und -kreisen mit, multiplizieren deren Ergebnisse und bringen die Anliegen der Mitglieder dort ein:

  • Plankstettener Kreis, bayernweiter Arbeitskreis der Umweltbildung/BNE
  • Kernteam Umweltbildung.Bayern
  • AK Biodiversität des Runden Tisches der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
  • AK Außerschulische Bildung des Runden Tisches der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
  • ANU jährliches Bund - Ländertreffen
  • Beratergremium Umweltstationen
  • Beratergremium Umweltfonds
  • Beratergremium Umweltbildung und Jugendsozialarbeit
  • AK Lehrerabordnungen an Umweltstationen StMUG und StMUK
  • Interministerieller Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (Leitung StMUG)
  • Wasserforum Bayern zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie


AnsprechpartnerInnen für die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung in der ANU Bayern
Marion Loewenfeld,   marion.loewenfeld(at)anu.de
Caroline Fischer,   caroline.fischer(at)anu.de

ANU - Aktionsplan für Bayern als Download:

ANU-Aktionsplan_fuer_Bayern_UN-Dekade_2012.pdf

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