Runder Tisch in Berlin thematisiert nachhaltige Ernährung
Im Fokus des Runden Tisches der UN-Dekade am 28./29.11.11 in Berlin standen das Dekade-Jahresthema 2012 "Ernährung" sowie die Frage, wie es mit BNE nach dem Ende der Dekade im Jahr 2014 weiter geht. Rund 130 ExpertInnen aus ganz Deutschland nahmen an der Tagung teil und erarbeiteten gemeinsam einen "10-Punkte-Kompass" als Handlungsorientierung für das Jahresthema nachhaltige Ernährung. Um die Verankerung von BNE zu gewährleisten, erscheint es unerlässlich, im internationalen Rahmen Folgeaktivitäten zur Dekade auf den Weg zu bringen. Hierzu gibt es derzeit national wie international erste Vorstöße. Auf der Veranstaltung wurden weitere Dekade-Projekte ausgezeichnet. Insgesamt gibt es aktuell 1415 ausgezeichnete Projekte, ca. 2800 haben sich bisher um eine Auszeichnung beworben.
Der nächste Bewerbungsschluss ist der 01.03.12.
Infos:
www.bne-portal.de
Neue UN Dekade Materialien
Die von der Dt. UNESCO Kommission herausgegebene Broschüre Lehr- und Lernmaterialien zum Thema Geld enthält Tipps für die Arbeit mit SchülerInnen der Sek. I und II sowie für die außerschulische Bildungsarbeit rund um die Themen Geld, Finanzsysteme, Schulden, Armut und Konsum.
Kostenloser Bezug: Dt. UNESCO Kommission e.V., Tel. 0228/68844410,
sekretariat(at)esd.unesco.de
Die UNESCO hat gemeinsam mit der UNEP, dem UN Umweltprogramm, eine internationale Veröffentlichung herausgegeben. Unter dem Motto „youthxchange – Auf dem Weg zu nachhaltigen Lebensstilen“ bietet das jugendgerechte Handbuch Infomaterialien für verantwortungsbewussten Konsum.
Infos:
www.youthxchange.net,
sekretariat(at)esd.unesco.de
Valentin Thurn: „Selbst im Bio-Supermarkt gibt es den Trend zum kosmetischen Perfektionswahn!“
Preisgekrönter Autor und Regisseur im Interview mit „Mehr wissen! Mehr tun!“
Berlin, 13. Dezember. Alleine die Deutschen werfen jedes Jahr 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Das Essen, das auf den Müllkippen Europas landet, würde gleich zweimal für die Hungernden dieser Welt reichen. Die globalen Zusammenhänge dieser maßlosen Verschwendung zeigt Autor und Regisseur Valentin Thurn in seinem packenden Dokumentarfilm „Taste the Waste“. Im Interview mit der Initiative „Mehr wissen! Mehr tun!“ spricht er darüber, warum diese Problematik ein beidseitiger Prozess ist: „Es gibt nicht den Bösewicht in den Handelsetagen.“ Jeder Einzelne von uns habe eine Mit-Verantwortung dafür, dass in den Supermärkten nur die genormten Lebensmittel landen und ein Großteil bereits auf dem Weg dorthin aussortiert wird. Krumme Gurken sind out, große Kartoffeln ein Tabu. Thurn stellt fest: „Selbst im Bio-Supermarkt gibt es den Trend zu diesem kosmetischen Perfektionswahn!“ Welche Mechanismen dahinter stecken, ist für den preisgekrönten Filmemacher klar: „Wir werden manipuliert, sind verführbar. Das ist das ganze Problem. Wir müssen uns klarmachen, dass wir unsere Kaufentscheidungen nicht nach rationalen
Gesichtspunkten fällen, sondern nach emotionalen.“ Im Interview erklärt der Regisseur, warum Essen mehr als ein „Nebenbei-Ding“ sein sollte, welche Ernährungstrends sich zur Zeit gegenüber stehen und er verrät, warum er sich schon einmal eine Woche von Marktresten ernährt hat.
Das komplette Interview lesen Sie hier:
http://www.mehr-wissen-mehr-tun.de/index.php?id=valentin-thurn
UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2005-2014 - Nationaler Aktionsplan für Deutschland 2011
Das Hauptziel des Nationalen Aktionsplans ist es Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bereichen der Bildung in Deutschland dauerhaft zu verankern. Um dieses Ziel zu erreichen wird die Umsetzung von vier Teilzielen verfolgt:
Erstens sollen gute Projekte weiterentwickelt und in allen Bildungsbereichen verbreitet werden. Der entscheidende Schritt ist es aber über diese zeitlich beschränkte Projektebene hinauszugehen und Strukturen aufzubauen, die über ein Projekt hinaus Bestand haben. Bisher wurden vor allem einzelne Projekte hervorgehoben und versucht BNE in die Lehrpläne zu integrieren. Ziel muss es nun sein, BNE im schulischen Alltag strukturell zu verankern und die Querverbindungen zur informellen und nonformalen Bildung zu intensivieren.
Zweitens sollen die Akteure der BNE vernetzt werden. Da BNE ein integratives Bildungskonzept ist, ist es nötig, die verschiedenen Partner aus Wirtschaft, Politik und zivilgesellschaftlichem Engagement zu verbinden und einen regen Austausch zu ermöglichen. Hier sollen alte Netzwerke gestärkt und BNE als gewinnbringender Ansatz noch mehr an Privatwirtschaft und Kommunen herangetragen werden.
Drittens soll BNE über den Kreis der BNE Akteure hinaus verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden. Dabei soll in Zukunft noch stärker die Medienlogik beachtet und klare, gut kommunizierbare Botschaften herausgegeben werden. Ziel muss es sein, durch BNE eine positive Veränderung des Alltagsverhaltens zu erreichen.
Viertens soll die internationale Kooperation verbessert werden. Um dies zu erreichen, sollen die deutschen BNE-Akteure ihre Arbeit vermehrt international zugänglich machen und zur Verfügung stellen. Gleichzeitig sollen auch Erfahrungen aus anderen Ländern nach Deutschland kommuniziert werden.
Wichtige Dokumente der Verankerung der BNE auf politischer und Verwaltungsebene weltweit und in Deutschland:
- UN Resolution „Dekade der Vereinten Nationen ‚Bildung für eine nachhaltige Entwicklung‘“ (2002)
- Hamburger Erklärung der Deutschen UNESCO-Kommission „Nachhaltigkeit lernen“ (2003)
- Beschluss des Deutschen Bundestages „Aktionsplan zur UN-Weltdekade, Bildung für nachhaltige Entwicklung‘“ (2004)
- Empfehlung der Kultusministerkonferenz und der Deutschen UNESCO-Kommission „Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule“ (2007)
- Beschluss des Deutschen Bundestages „UN-Dekade ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ weiterhin aktiv umsetzten“ (2009)
- Bonner Erklärung der UNESCO-Weltkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (2009)
- Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz und der Deutschen UNESCO-Kommission „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ (2010)
- Diskussionsbeitrag der Deutschen UNESCO-Kommission „Zukunftsfähigkeit im Kindergarten vermitteln“ (2010)
- Grundsatzpapier „Biologische Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2010)
- „Statement for the Preparatory Process of the Earth Summit 2012 (Rio+20)“ des Nationalkomitees für die UN-Dekade (2011)
Der aktualisierte Nationale Aktionsplan der UN-Dekade BNE:
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