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Viele Themen der Nachhaltigkeit sind mit Entscheidungen zu Konsum und der täglichen Lebensführung verknüpft. Um diese Entscheidungs- und Handlungsmuster zu hinterfragen und Impulse zu einer nachhaltigen Lebensführung zu setzen, bietet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) viele kreative Ideen und Zugänge, die sich besonders für junge Menschen eignen.

Das außerschulische Bildungskonzept „BNE trifft Jugendsozialarbeit“ setzt an dieser Schnittstelle an. In Workshops, Aktionen oder Reparaturwerkstätten entstanden bereits viele spannenden Projekte zu einer nachhaltigen Alltagsgestaltung in der Lebenswelt der Jugendlichen: Verpackungsmüll oder ausgemusterte Kleidungsstücke wurden umgestaltet und neu genutzt, die Besucher*innen eines Tierparks freuen sich über einen Klangpfad aus Recycling-Material, entsorgtes Baumaterial fand ein zweites Leben als Wohnzimmerregal und die Bewohnerinnen eines Wohnheims nutzen ihren Innenhof als Treffpunkt, den sie mit einem gemauerten Grill, selbstgebauten Sitzmöbeln aus Holzresten und einem Graffiti aus Moos gestaltet haben.
Wie vielschichtig diese kreativen Ansätze sein können, war in dem Kooperationsprojekt „Faire Kleidung“ zwischen IN VIA Bayern e.V. (www.invia-muenchen.de) und der Landesstelle Jugendorganisation Bund Naturschutz (www.jbn.de) zu sehen. Dort nahmen junge Frauen im Alter von 14 bis 26 Jahren aus den IN VIA-Jugendwohnhäusern in Nürnberg, Würzburg und München Mode unter die Lupe. Hauptaugenmerk lag darauf, den Blick der Teilnehmerinnen für einen kritischen Umgang mit Konsumgütern zu schärfen und für den Umgang mit Mode faire Lösungen zu finden. In verschiedenen Workshops und Aktionen gingen sie den Fragen nach, welchen Einfluss Kaufentscheidungen auf eine sozial und ökonomisch nachhaltige Entwicklung haben und worauf beim Kleidungskauf zu achten ist. Sie beschäftigten sich mit Produktionsbedingungen von Kleidungsstücken, der Bedeutung von ökologischen Gütesiegeln und dem Entstehungsweg der Jeans von der Ladentheke bis zu den Baumwollfeldern.
Und dann legten die jungen Frauen selbst Hand an bei einem Upcycling-Näh-Workshop. Aus alten T-Shirts kreierten sie neue mit besonderen Prints und Styles, aus den Stoffen nähten sie Taschen und Kissen. Um die selbst gestalteten Werke und die erarbeiten Inhalte zu präsentieren, konzipierten sie gemeinsam mit der Künstlerin Naomi Lawrence eine Ausstellung. „Shirtopoly – Fair Kleiden ist besser“ ist ein großformatiger Bilderzyklus, der sich auf ungewöhnliche und künstlerische Weise mit dem Thema auseinandersetzt. Dazu verfassten sie Informationen, wie verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung beitragen können.
Dieses Projekt fand statt als Teil des Förderprogrammes „Umweltbildung/Bildung zur Nachhaltigkeit in der Jugendsozialarbeit“, ein Kooperationsprojekt der LAG Jugendsozialarbeit Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.
lagjsa-bayern.de/nachhaltigkeitsprojekt/

Text: Schleinkofer, LAG Jugendsozialarbeit Bayern e.V.