News lesen

Bericht über die Tagung zu Nachhaltigkeitsprozessen in Kommunen und Landkreisen

In der Umsetzung der Agenda 2030 und der Vereinbarungen zum Pariser Klimaschutzabkommen ruhen die Erwartungen auf einen Umbau der Gesellschaft, zuallererst auf Veränderungsprozessen in den Metropolen. Periphere ländliche Räume in einem führenden Industrieland wie Deutschland kommen im Nachhaltigkeitsdiskurs, wenn überhaupt, dann als geeignete Standorte für Bürger-Energiegenossenschaften und Rückzugsräume erholungssuchender Großstädter ins Gespräch.

Chancen und Möglichkeiten mit lokalen Aktivitäten die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen, den Temperaturanstieg auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und zugleich Entwick-lungsperspektiven für den eigenen Raum zu gewinnen, standen im Mittelpunkt der Tagung „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung - frischer Wind für ländliche Räume“ am 6./7. Juli 2017 in Bad Alexandersbad. Veranstalter der vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Tagung waren die Ökologische Akademie e.V., Linden, RENN.süd (Regionale Netzstellen Nachhaltigkeit), Nürnberg, und das Evangelische Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad; Kooperationspartner war die ANU Bayern e.V.
Mit Blick auf die Praxis nachhaltiger Entwicklung konstatierte Prof. Dr. Manfred Miosga (Universität Bayreuth), dass diese weder weltweit, national, noch regional und lokal zu einer Trendumkehr im Ausstoß schädlicher Klimagase führte. Notwendig ist für Miosga eine Focussierung auf transformative Projekte und Pioniere des Wandels, die ihrerseits in verbindliche kommunale Transformations-programme eingebettet werden müssen.
Den Kreistag des Landkreises Amberg-Sulzbach leitete bei seiner Fortschreibung des Nachhaltigkeitsprozesses die von Miosga ins Feld geführten gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels und die Bereitschaft kommunalpolitisch Verantwortung zu übernehmen. Manfred Lehner, Leiter der VHS im Landkreis, unterstützte den Landrat und Kreistag in der Weiterentwicklung. Schwerpunkte sind die Bildung eines Nachhaltigkeitsrats und die Einrichtung von fünf Handlungsfeldern nachhaltiger Entwicklung.
Mehrere Beispiele verdeutlichten das Engagement von Bürger*innen und Kommunen. Im abschlie-ßenden World-Café ging es um die Fragen, was uns hemmt eine lokale und regionale nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen und mit welchen Schritten wir sie vor Ort voranbringen können. Schwierigkeiten rühren einerseits aus der Komplexität dessen, was unter globaler und lokaler nach-haltiger Entwicklung verstanden wird, und gründen andererseits in kleinen Orten in einer zeitlichen Überforderung der zumeist mehrfach aktiven Bürger*innen.
Das Plazet gewählter politischer Vertreter*innen und die Kooperation mit der Kreisverwaltung unter Einbezug der Bevölkerung wurden als erfolgversprechende Rahmenbedingung nachhaltiger Entwicklung betrachtet. Vorschläge zur Beschleunigung des Wandels gab es viele, wie: Foren und Begegnungsräume für interessierte und aktive Menschen schaffen; gängige Beteiligungsformen, wie Bürgerversammlungen, nutzen, um über Erfolge nachhaltigen Handels zu berichten oder Anlässe bieten, auf denen sich verschiedene Akteure zusammentun können.
Die Beiträge der Tagung stehen zum Download unter:
www.oeko-akademie.de/schwerpunkte/tagung-agenda-2030

Kontakt und Infos:

Thomas Ködelpeter
Ökologische Akademie e.V.
oekologische-akademie(at)gmx.de
RENN.süd: www.renn-netzwerk.de/sued