Jahr 2016

Fachtag „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“

Was gehört zur Alltagskompetenz? Rege Diskussionen zu den Projekten der Fachgruppe Schule und Nachhaltigkeit. Foto: Marion Loewenfeld.

„Gesellschaft verändert sich“, sagt Bianca Schmidt vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), „Kinder kommen heute in die Schule und können Basics nicht mehr, wie z.B. sich Schuhe binden oder mit Messer und Gabel essen.“ Sie stellt auf dem gut besuchten Fachtag der ANU Fachgruppe Schule + Nachhaltigkeit am 15.03. im Ökologischen Bildungszentrum München das neue Bildungsziel Alltagskompetenz und Lebensökonomie vor, das seit 2014 für alle Schulen verbindlich ist. Es hat zum Ziel, Schüler_innen lebensnotwendige Kompetenzen zu vermitteln, um den Alltag selbst bestimmt bewältigen zu können. Dazu hat das ISB, unterstützt durch ein Expert_innengremium aus unterschiedlichen Bildungssparten, eine umfangreiche Praxisanleitung herausgegeben ( https://www.isb.bayern.de/download/16464/alltagskompetenz_internet.pdf).
Annette Kürzinger, Seminarrektorin aus Karlskron, die Lehramtsanwärtner_innen ausbildet, betont, die neuen Querschnittsaufgaben sollen Schüler_innen dazu anregen, sich mit Lebensentwürfen auseinanderzusetzen: Was macht mein Leben lebenswert und wo kann ich mich in der Gesellschaft beteiligen? Gerechtigkeit zwischen den Generationen und zwischen den Kulturen sei ein Ziel. Zu den Prinzipien der Umsetzung gehören die Teilhabe der Kinder und Jugendlichen am Prozess und ihre Möglichkeiten der Mitgestaltung. Für eine gelinge Umsetzung ist die Kooperation mit außerschulischen Partnern der Bildung für nachhaltige Entwicklung wichtig. Am besten wären aufeinander aufbauende Angebote, die Schüler_innen mehrmals im Schuljahr wahrnehmen könnten.
Jahrgangs-, fächer- und themenübergreifend ist das neue Bildungsziel und somit sehr gut geeignet für Projektunterricht und Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Themen sind Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucher- und Umweltverhalten. So können Umweltbildungseinrichtungen Schulen BNE-Angebote von der ersten bis zur zehnten Jahrgangsstufe dazu machen. Ideal sind Tandems aus Lehrkräften und Umweltbildner_innen. Wie das gehen kann, zeigten auf beeindruckende Weise Kolleg_innen aus (Umwelt)Bildung und Schule in vier Workshops.
In der abschließenden Diskussionsrunde gab es über konkrete Kooperationen, die sich aus dem Fachtag ergeben haben, auch weiterführende Anstöße: Schule solle die Freude am Experimentieren vermitteln, auch aus Scheitern könne man lernen. Klaus Tonke, Realschuldirektor aus München, betonte, wie wichtig es sei, grundlegende Themen in einem Schulprofil zu verankern. Edeltraud Jornitz-Foth, die in Vertretung der Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) da war, betonte, wie gewinnbringend und wichtig längerfristige Kooperationen der schulischen und außerschulischen Partner seien und bedauerte, dass entsprechende Inhalte in der Lehreraus- und Fortbildung fehlten. Die ANU Bayern wurde angeregt, – auch in Gesprächen mit der Lehrerakademie in Dillingen -, dies weiterzuverfolgen.

Downloads:

Alltagskompetenz_FG_S_N_2016.pdf

98 K

Flyer_ANU-Fachtag_15-03-2016.pdf

709 K