Umweltbildung und BNE mit Geflüchteten

Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung

Die Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung und BNE, sowie Qualifizierung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit für außerschulische Bildungsanbieter sind der ANU ein Anliegen. Deshalb hat der ANU Bundesverband mit Unterstützung des Landesverbands Bayern für diesen Themenbereich eine Förderung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt erhalten. Im Projekt „Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung“, vom 31. Mai 2016 bis Ende Januar 2018 angesetzt war, kooperierten ANU Bundesverband und ANU-Landesverband Bayern. Das Projekt umfasst drei Schwerpunkte:

  • Zusammenarbeit mit den neuen Kooperationspartnern wie z.B. Deutsches Rotes Kreuz und terre des hommes: Ihre ExpertInnen für Flüchtlingsarbeit werden beratend und als ReferentInnen mitwirken
  • Ein Maßnahmenbündel zur Qualifizierung und Neugewinnung von Akteuren: Workshops, Tagung, kollegiale Beratung und Modellprojekte, unter anderem eine bundesweite Tagung im November 2017 in Bayern

Die ANU Bayern hat ihren Projektteil Ende Januar 2018 beendet. Der ANU Bundesverband führt das Projekt noch bis Ende Juli 2018 weiter. Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Annette Dieckmann, ANU Bundesverband, zur Verfügung, die die Website  http://www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de weiter betreut. Alle weiteren Infos zum Projekt finden Sie dort.

Das Projekt „Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung“ macht bundesweit gute Beispiele sichtbar.

Projekt „Flüchtlinge erleben und gestalten Biologische Vielfalt“, Foto: ÖBZ/MUZ
Projekt „Erfahrung ins Wort gebracht“, Foto: Ludwig-Windthorst-Haus

Von Tina Teucher, ANU Bayern e.V.

Jede Woche kommen neue Projekte, Veranstaltungen und Materialien auf
 www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de hinzu! Die Website informiert
umfassend zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Asylsuchenden.
Die Highlights der letzten Monate:
Die Liste der  Förderungen wird ständig erweitert. So fördert beispielsweise das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Integrationsprojekte und Multiplikatorenschulungen. Im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ zeichnet die UN-Dekade vorbildliche Projekte an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen aus. Und die Bosch-Stiftung fördert mit ihrem Programm „Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten“ Praxisprojekte, die Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung vor Ort herstellen.
Bei den  Materialien sind zahlreiche nützliche Publikationen und Methodensammlungen hinzugekommen, z.B. die Broschüre „Geflüchtete in Grünen Berufen: Stärken. Lernen. Integrieren“. Sie zeigt auf, welche Herausforderungen aber auch Chancen die Beschäftigung von Förderungen, Materialien und inspirierende Beispiele Geflüchteten in der Grün-, Wald- und Biotoppflege mit sich bringt. Für alle, die ähnliche Vorhaben umsetzen wollen, finden sich Checklisten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Der Leitfaden „Wohnqualität in Flüchtlingsunterkünften“ des Umweltbildungszentrum NaturGut Ophoven in Leverkusen zeigt anhand des Projekts „Heimat gestalten“, wie sich Geflüchtete konkret an die Themen Energiesparen, Mülltrennung, Recycling, Ressourcenschutz und Urban Gardening heranzuführen lassen und durch Verhaltensänderung auch langfristig den persönlichen Energieverbrauch senken können. Im  Blog finden sich aktuelle Neuigkeiten, Gastbeiträge und Geschichten, z.B. die der vier afghanischen  Brüder Abasi, die nach Deutschland geflüchtet sind. Besonders wertvoll machen das Angebot der Seite schließlich die inzwischen über 90 Praxisbeispiele aus ganz Deutschland. Neu dabei sind u.a. die  Qualifizierung von Flüchtlingen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz der Hochschule Aschaffenburg, die  Außerschulische Umweltbildung mit Flüchtlingskindern der Jugendherberge Lindlar oder das Projekt  Erfahrung ins Wort gebracht des Ludwig-Windthorst Haus‘, das intensiven Sprachunterricht eng mit den Themen Natur und Umweltschutz verbindet.

Kontakt & Infos:

Annette Dieckmann
ANU Bundesverband
 dieckmann(at)anu.de  
 www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de 

Willkommen in Bayern - Umweltbildung mit geflüchteten Menschen

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 2015/16 geförderte Projekt ist abgeschlossen.

Bausteine des Projekts

Wir wollen mit dem Projekt die Potenziale der Umweltbildung /BNE bei der Integration von Menschen auf der Flucht und Asylsuchenden sichtbar machen. Wir wollen damit öffentlich darstellen, dass gesellschaftliche Integration ein Aufgabenbereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist und diese durch ihren Kompetenzansatz dafür viel Potenzial hat.
Die Bausteine im Einzelnen:

  • Beratung und Unterstützung von Angeboten, Aktionen und Projekten mit geflüchteten Menschen in Bayern und Motivierung weiterer Akteure, ihre Umweltbildungsarbeit für diese Menschen zu öffnen
  • Durchführung von bis zu 30 Aktionen in Bayern durch die Mitglieder der ANU Bayern
  • Vernetzung und Qualifizierung in Zusammenarbeit mit den Akteuren und Kooperationspartnern
  • Neue Kooperationen mit Partnern auf Bayernebene und vor Ort
  • Öffentlichkeitsarbeit für die Aktionen

Da das Projekt partizipativ angelegt ist und von den Aktivitäten und Bedarfen der Mitglieder abhängt, können sich einige Inhalte ändern und neue können dazukommen.

Durchführung von bis zu 30 Aktionen in Bayern durch die Mitglieder der ANU Bayern

Viele Akteure der Umweltbildung engagieren sich schon in der konkreten Arbeit mit Flüchtenden. Wir sind uns bewusst, dass wir mit dem Projekt auch neue Wege beschreiten und neue Methoden erproben. Um den Einstieg zu erleichtern, geben wir Anregungen für Rahmenthemen der Umweltbildung / BNE, die in der Arbeit mit den jeweils verschiedenen und spezifischen Zielgruppen umgesetzt und erweitert werden können. Bei allen Aktivitäten ist uns ein partizipativer Ansatz wichtig, um den Bedürfnissen gerecht agieren zu können. Es werden je nach lokalen Schwerpunkten und Kompetenzen sehr unterschiedliche Angebote und Projekte entstehen, die den jeweiligen personellen und finanziellen Gegebenheiten angepasst sein werden. Deshalb ist eine Vernetzung und gegenseitige Befruchtung überaus wichtig. Dies wird die ANU Bayern mit diesem Projekt leisten.

Inhaltliche Projektbausteine

Mögliche inhaltliche Bausteine der Bildungsarbeit durch die ANU-Mitglieder sind:
Freundschaftsprojekt: Meine neue Heimat – interkulturelles Kennenlernen der neuen Umgebung durch Verknüpfung von sprachlichem Lernen und Umweltwissen
Beispiele sind:

  • Nachmittagsbetreuung von Flüchtlingskindern im Umweltzentrum, um Wald, Wiesen, Wasser aber auch die Ortschaften mit ihrer Infrastruktur, z.B. Mülltrennung und-entsorgung oder Energiesparen, und ihren sozialen Möglichkeiten, z.B. Büchereien, Spiel- und Sportplätzen, kennenzulernen
  • Waldspaziergänge mit Flüchtlingsfamilien zum Kennenlernen heimischer Vegetation
  • Ortsrallye mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, um die neue Heimat mit ihrer Natur und Kultur kennenzulernen und das soziale Miteinander zu fördern
  • Schulpatenschaften zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen um Lernschwierigkeiten entgegenzuwirken
  • Gemeinsame Kleinaktionen in der Landschaftspflege, um unseren Ansatz des Natur- und Umweltschutzes kennen zu lernen

Gärtnern und Genießen, Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen, Spracherwerb und Integration.
Beispiele sind:

  • Einladungen zum Ernten, Gärtnern, Pflanzen in die Umweltbildungseinrichtung
  • Einkaufen, Kochen, Essen - ein Projekt für Kinder und ihre Familien zum Thema Nachhaltigkeit, Kulturen und Werte. Über das gemeinsame Kochen kann Sprecherwerb erfolgen, ganz alltägliche Verrichtungen wie gemeinsames Einkaufen geben Orientierung bei Lebensmitteln und zeigen günstige und nachhaltige Bezüge von ökologischen Produkten.
  • Einbeziehen der Flüchtlinge in die Arbeit von interkulturellen Gärten
  • Angebote zum Thema Ernährung in Kooperation mit Schulen bei der Arbeit mit Übergangsklassen

Kreative FreiZeit in Natur und Kultur – Vermittlung von Umweltschutz- und Kulturtechniken, auch berufsvorbereitend
Beispiele sind:

  • Kreative Angebote mit Spiel, Bewegung, Musik, Tanz, Theater, Kunst etc. mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens und Kulturaustauschs
  • Erfahren von Freizeit und neuen Kulturen, z.B. Angebote in Kooperation mit Künstlern (Landart, Fotoarbeiten, Bilder malen), Musikern (Basteln von Instrumenten), Handwerkern (Schmiedekurs) etc. Daraus können auf längere Sicht kleine Kunstprojekte wie Tanz- und Musikaufführungen oder Fotoausstellungen entstehen, die unser gemeinsames Ziel, eine nachhaltigere Gesellschaft, zeigen. Gleichzeitig kann das für Jugendliche der Berufsvorbereitung dienen.
  • In Zusammenarbeit mit Schulen werden Fahrradreparaturkurse angeboten. Angebote in diesem Bereich, z.B. für Jugendliche, dienen auch der Berufsvorbereitung.