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Der Klimawandel ist in aller Munde, die Auswirkungen überall auf der Erde spürbar. Bei einer Klimabildungs-Tagung am 27./28.11 im Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck gaben namhafte Referenten/innen neue Impulse und in Workshops tauschten Teilnehmer/innen Erfahrungen und Ideen aus.

„Wir Erwachsene müssen selbst den Wandel vorleben, von dem wir träumen“; „Klimaschutz sollte auch in der Politik oberste Priorität bekommen", „Beim Klimaschutz sollten alle an einem Strang ziehen“; „Klimabildung möchte Kinder und Jugendliche ermutigen, selber zu denken und Alternativen praktisch auszuprobieren“, „Wichtig ist, dass klimafreundlich Leben Spaß macht und als Gewinn an Lebensqualität erfahren wird“. Bildungsreferentin Anke Schlehufer vom Naturerlebniszentrum (NEZ) Burg Schwaneck des Kreisjugendrings München-Land kommt mit dem Schreiben der Sätze auf ein Flip-Chart kaum nach, denn die Ideen der Teilnehmer_innen sprudeln nur so beim ersten Programmpunkt der Klimabildungs-Tagung. Im Rahmen der 29++ Klima. Energie. Initiative. hat das NEZ gemeinsam mit ANU Bayern e.V., der bundesweiten Initiative „16 Bildungszentren Klimaschutz“ und dem pädagogischen Institut der Stadt München Kolleg_innen der Kinder- und Jugendarbeit, Mitarbeiter_innen der Klima- und Umweltbildung sowie Lehrkräfte aller Schulrichtungen und Interessierte zu der Veranstaltung am 27. und 28. November eingeladen.

Nahtlos greifen die Teilnehmer_innen das auf, was Susanna Tausendfreund zuvor in ihrem Grußwort sagte: „Es ist wichtig, dass Kinder so früh wie möglich die Natur entdecken können. So begreifen sie schon als junge Menschen die großen Zusammenhänge und worum es beim Umwelt- und Klimaschutz geht.“ Die Pullacher Bürgermeisterin steht auch in ihrer Funktion als stellvertretende Landrätin voll hinter der 29++ Klima. Energie. Initiative., in deren Rahmen die Angebote im Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck laufen. „Ziel der Initiative ist es, durch alltagstaugliche, einfach umzusetzende Maßnahmen, bewusstseinsbildende Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Projektförderungen den Klimaschutz und die Energiewende vor Ort nachhaltig voranzutreiben,“ präzisiert Christian Wolf, Leiter des Sachgebiets Energie und Klimaschutz beim Landratsamt München.

Und das Bewusstsein schafft man am besten bei jungen Menschen, da sind sich alle 67 Teilnehmer_innen und Referent_innen einig. Marion Loewenfeld ist eine von ihnen. „Unsere Herausforderung beim Klimawandel ist, die Existenzgrundlagen der heutigen und der künftigen Generationen durch enkeltaugliches Leben, Wirtschaften und Handeln zu sichern, deshalb stellen wir hier neue Methoden vor, wie Kinder und Jugendliche aktiv und vor Ort handelnd Klimaschutz vorantreiben können“, erklärt die Vorsitzende der ANU Bayern e.V. (Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung, Landesverband Bayern).

Insgesamt zwölf Workshops, Referate und Diskussionsrunden wurden angeboten, immer mit dem Ziel, neue Methoden zu finden, die Thematik Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. „Mir ist es wichtig, Klimabildung groß zu denken. Im Sinne eines neuen Miteinanders und Wir-Gefühls. Die Tagung sollte klar machen, dass nicht nur die Referenten_innen Experten sind, sondern auch jeder Teilnehmende und das ist gelungen“, zieht Anke Schlehufer ein positives Fazit. Christina Müller, die für die 29++ Klima. Energie. Initiative. im NEZ verantwortlich ist, sieht die Tagung als „bisherigen Höhepunkt der eineinhalb jährigen Arbeit“. „Bei allen Angeboten ist es uns sehr wichtig, dass die Kinder ins Tun kommen und Handlungsspielräume gezeigt bekommen“, fasst Kollegin Birgit Meyer den pädagogischen Ansatz zusammen. In den Angeboten für Schulklassen und Freizeiteinrichtungen, der Ferienfreizeit „Klimacamp“ oder bei den Mitmach-Infoständen auf Veranstaltungen im Landkreis dreht sich alles um den Klimaschutz und wie man Klimabildung bei den jungen Leuten verankern kann.

Dazu helfen soll auch die Klimaschutz-Installation, die im Rahmen der Tagung eröffnet wurde. Der philosophische Begegnungsraum soll inspirieren, sich mit aktuellen Themen unserer Zeit zu beschäftigen. Die Idee dafür kam im Rahmen des bundesweiten Netzwerkes 16 BildungszentrenKlimaschutz, zu dem das NEZ  gehört. Ungewöhnliche Ideen wie diese, transformatives Denken, neue hoffnungsvolle Geschichten und engagierte Pioniere auf allen Ebenen braucht es für gelungene Klimabildungs-Arbeit. Dr. Joachim Borner vom Kolleg Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung aus Berlin zeigte neue „Narrative für ein gutes Zukunftsklima“ auf. Nadine Kaufmann vom Konzeptwerk neue Ökonomie aus Leipzig rief die Teilnehmer_innen zu transformativem Denken für ein neues Klima auf.

An beiden Tagen stellten Referent_innen nachahmenswerte Bildungsprojekte und attraktive Methoden für Kinder und Jugendliche vor. Rolf Behringer von Solare Zukunft e.V. präsentiere das Radlkino, bei dem nur durch intensives Strampeln ein Film auf der Leinwand zu sehen war. Dirk Kolberg von myclimate ließ die Interessierten eine interaktive Klimakonferenz erleben. In der Schlussdiskussion war man sich einig: „Klimabildung muss gesellschaftsübergreifend gedacht werden. Wenn jeder in dem Bereich in dem er tätig ist, sein Bestes gibt und an den Strukturen arbeitet und damit sozialer, ökologischer und nachhaltiger agiert, dann hat die Erde eine Zukunft. Und man muss bei den Kindern und Jugendlichen anfangen, es ist ihre Zukunft, sie sind die Zukunft!“