Archiv 2016

Gemeinsam – Erster Agendakongress BNE 2016

Die ausgezeichneten Akteure mit Bundesbildungsministerin Prof. Wanka (1. Reihe 1.vr) (Foto: T. Köhler)

Von Marion Loewenfeld, ANU Bayern
Gemeinsam Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland voranzubringen und Strukturen zur Verstetigung von BNE aufzuzeigen, war das Ziel des ersten nationalen Agendakongresses im Juli 2016 in Berlin. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hatte zur Eröffnung auf den internationalen Auftrag der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit dem Ziel verwiesen: „Alle Lernenden sollen bis 2030 das Wissen und die Fähigkeiten für die Förderung von nachhaltiger Entwicklung erlangen.“ Sie betonte: „Bildung für Nachhaltige Entwicklung darf kein Randthema sein. Es gehört zentral in die Mitte der Überlegungen, wenn es um Nachhaltige Entwicklung geht.“ Und so versteht sie den Agendakongress auch als eine Komponente im Dialogprozess zur Ermittlung der neuen „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“, die derzeit in einem Konsultationsprozess mit Stakeholdern und Aktivisten erarbeitet wird. Dort soll BNE ein eigenes Kapitel bekommen. Ministerin Wanka verwies auch auf die Problematik, dass man zwar leicht Geld für Projekte bekäme, diese aber, wenn sie sich bewährt hätten, nicht in die Fläche übertragen würden. Deshalb sei es so wichtig, vom Projekt zur Struktur zu kommen. Dazu soll der Nationale Aktionsplan Vorschläge machen.
Um die 500 Expert_innen waren dem Aufruf des Bundesbildungsministeriums (BMBF) gefolgt und diskutieren zwei Tage lang in 20 Workshops Handlungsfelder für den Nationalen Aktionsplan. Nicht immer herrschte Einigkeit über Leitbilder für Nachhaltigkeit und BNE und über Strukturen zur Verankerung von BNE. Die Ergebnisse der Dialoge wurden protokolliert und werden in den Entwurf des Nationalen Aktionsplans eingearbeitet.
Die Bedeutung von BNE als Motor zur Integration zeigte ein Workshop auf, in dem Ergebnisse der deutschlandweiten online-Befragung der Bundes-ANU zu BNE mit geflüchteten Menschen sowie Praxisbeispiele der ANU Bayern und ANU Brandenburg zum Thema vorgestellt und Gelingensbedingungen der Integration mit den Teilnehmenden diskutiert wurden.
Infos:
 https://www.bmbf.de/de/bmbf-agendakongress-bildung-fuer-nachaltige-entwicklung-3205.html
 http://www.bne-portal.de/de/bundesweit/agendakongress

BNE-Auszeichnung – ANU-Mitglieder dürfen sich freuen

Auszeichnung bayerischer BNE-Akteure beim Agendakongress. (Foto: Ulrich Holzbaur)

Von Vanessa Mantini, ANU Bayern
Beim ersten nationalen Agendakongress Bildung für nachhaltige Entwicklung im Juli 2016 in Berlin wurden insgesamt 65 Kommunen, Lernorte und Netzwerke, darunter 15 aus Bayern, von der Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Wanka und der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Metze-Mangold ausgezeichnet. Damit wurde deren Engagement gewürdigt, zur Lösung globaler Herausforderungen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung beizutragen. Sie leisten einen herausragenden Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Zur Nachahmung wurde aufgerufen, um BNE in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern.
Die ausgezeichneten Kommunen, Lernorte und Netzwerke dürfen nun das Logo des Weltaktionsprogrammes nutzen und können die Beratung der Freien Universität Berlin und der Deutschen UNESCO-Kommission in Anspruch nehmen. Auch viele ANU-Mitglieder, darunter 10 aus Bayern, befinden sich unter den Gewürdigten. Auch das Netzwerk Umweltbildung.Bayern wurde ausgezeichnet. Die nächste Auszeichnung findet 2017 statt, die Bewerbung dafür wird rechtzeitig bekannt gegeben
Wir sagen: Ausgezeichnete Leistung!
Infos:  www.bne-portal.de/akteure

Foto: Ausgezeichnet wurden u.a. das Netzwerk des Qualitätssiegels Umweltbildung.Bayern, die LBV-Kreisgruppe München, das Netzwerk des LBV-Umweltbildungseinrichtungen, das LBV-Referat Umweltbildung/BNE, Ökoprojekt MobilSpiel e.V., München, das Netzwerk Umweltbildung/BNE in der Jugendsozialarbeit. Carmen Schnaidt (StMUV), Alexandra Baumgarten (LBV KG München), Birgit Feldmann (LBV Referat UB/BNE), Marion Loewenfeld (ANU Bayern e.V.), Katja Tebbe (Ökoprojekt MobilSpiel e.V.) und Jessika Schleinkofer (LAG Jugendsozialarbeit) nahmen die Auszeichnungen entgegen.

Die Agenda 2030 mit Nachhaltigkeitsentwicklungszielen

Marion Loewenfeld

Die Vereinten Nationen haben im New York am 25.09.2015 die neue „Agenda 2030“ beschlossen, deren wesentlicher Teil die neuen sustainable development goals 2015-30 (SDG) sind. In den siebzehn Einzelzielen werden alle wichtigen Themenbereiche benannt, deren Umsetzung zur großen Transformation führen soll. Die Entwicklungsziele, die jeweils in Einzelziele untergliedert sind, verknüpfen die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung im ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bereich mit Armutsbekämpfung und sozialer Gerechtigkeit.

Infos zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms (WAP) in Deutschland

Alle Akteure sind aufgerufen, ihre Aktivitäten der Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter zu verstärken, sich untereinander zu vernetzen und Impulsgeber vor Ort zu sein. Leitfaden zur Umsetzung ist die Roadmap.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Federführung bei der Umsetzung des WAP und dazu folgende Gremien eingerichtet:
Nationale Plattform (NP)
Das Gremium unter dem Vorsitz von Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen ist mit 37 Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft besetzt und trifft sich zweimal jährlich. Die NP wird von einem wissenschaftlichen Berater, Prof. Dr. Gerhard de Haan, und einem internationalen Berater, Walter Hierche, unterstützt und einen Nationalen Aktionsplan erstellen. Annette Dieckmann (ANU-Bundesverband) ist Mitglied der NP.
Fachforen
Es gibt sechs Fachforen (FF), in die Mitglieder vom BMBF berufen wurden: Frühkindliche Bildung (Heike Fischer, LBV und ANU), Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, Non-formale/ informelle Bildung und Jugend (Annette Dieckmann, ANU, Jennifer Gatzke, ANU Hessen) und Kommunen. Die Mitglieder der Fachforen arbeiten der Nationalen Plattform zu und machen Vorschläge für den Nationalen Aktionsplan, der Anfang 2017 verabschiedet werden soll.
Partnernetzwerke
Derzeit gibt es 9 Partnernetzwerke: Frühkindliche Bildung (Heike Fischer, LBV und ANU), Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, Außerschulische Bildungswelten (Marion Loewenfeld, ANU Bayern, Günter Klarner, Bundes-ANU, Claudia Stein, StMUV), Kommunen, Biologische Vielfalt (Caroline Fischer, ANU Bayern), Kulturelle Bildung und Medien. Sie entwickeln eigene Schwerpunkte zur Umsetzung des WAP und geben Anregungen an die FF weiter.
Das Partnernetzwerk Außerschulische Bildungswelten hat zum inhaltlichen Schwerpunkt „BNE im Kontext von Flucht und Migration“ bestimmt und eine Kleingruppe, bestehend aus Marion Loewenfeld, ANU Bayern, Günter Klarner, Bundes-ANU und Claudia Stein, StMUV, hat dazu einen konkreten Vorschlag für einen Beitrag auf dem Agenda-Kongress gemacht, der auch über das Fachforum weitergereicht wurde.

Agenda-Kongress in Berlin

Der erste bundesweite Agenda-Kongress wird am 11./12. Juli 2016 in Berlin stattfinden. Er ist das Forum des Austauschs der BNE-Akteure.

Neue BNE-Auszeichnungen der Deutschen UNESCO-Kommission und des BMBF
Die Auszeichnungen sind ein Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen und werden im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO Weltprogramms BNE umgesetzt. Ihr Ziel ist es, vom Projekt zur Struktur zu kommen. Ausgezeichnet werden Lernorte, Netzwerke und Kommunen. Der erste Anmeldeschluss ist am 9.05.2016.

Beteiligung am Integrierten Umweltprogramm des BMUB

Unter der Fragestellung: „Ökologisch zukunftsfähig: Wie wollen wir 2030 leben, wirtschaften und arbeiten? Wie gelingt uns gemeinsam der Weg dorthin?" und vor dem Hintergrund der UN-Nachhaltigkeitsziele erarbeitet das Bundesumweltministerium (BMUB) derzeit das dritte Umweltprogramm in der Geschichte der deutschen Umweltpolitik. Bürgerinnen und Bürger werden in unterschiedlichen Formaten beteiligt, den Wandel zu gestalten. In ausgewählten Städten finden derzeit Bürgerumweltforen statt und vom 7. April an kann sich jede_r im Online-Umweltforum am Umweltprogramm beteiligen.
Infos:  https://onlinerat.buergerraete-umweltprogramm.de/

Die UNESCO verabschiedete am 4.11.2015 den Globalen Aktionsrahmen Bildung 2030 zur Umsetzung des Ziels Nr. 4 „Hochwertige Bildung“ der SDG. Dieser besagt u.a., dass Strategien und Programme zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung geschaffen und BNE in formale, non-formale und informelle Bildung integriert werden soll.

Wer Interesse hat, kann sich und seine Veranstaltungen auch als
BNE-Akteur registrieren lassen.
Infos:  https://akteure.bne-portal.de

AnsprechpartnerInnen für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms "Bildung für nachhaltige Entwicklung" in Bayern:

Marion Loewenfeld,  marion.loewenfeld(at)anu.de
Caroline Fischer,  caroline.fischer(at)anu.de
oder ganz allgemein,  bayern(at)anu.de